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Startseite > Aktuelles > Kreisfeuerwehrverband > Wenn Sekunden entscheiden

Wenn Sekunden entscheiden

Stefan Nestler
03. September 2026
150
Feuerwehrleute trainieren Absturzsicherung und Schachtrettung

21 Einsatzkräfte aus zehn Feuerwehren vertieften bei einer praxisorientierten Weiterbildung des Kreisfeuerwehrverbandes Passau ihre Kenntnisse im Bereich der Absturzsicherung. Gastgeber des eintägigen Seminars war die Feuerwehr Eging am See.

Sicherheit hat bei Einsätzen und Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen höchste Priorität. Gerade dort, wo Einsatzkräfte auf Dächern, an Schächten oder in anderen schwer zugänglichen Bereichen tätig werden müssen, sind eine fundierte Ausbildung, sichere Handgriffe und der routinierte Umgang mit der vorhandenen Ausrüstung von entscheidender Bedeutung. Der Kreisfeuerwehrverband Passau bot deshalb erneut eine praxisorientierte Weiterbildung im Bereich Absturzsicherung an, die sich gezielt an bereits ausgebildete Einsatzkräfte richtete.

Insgesamt 21 Feuerwehrleute aus zehn Feuerwehren nutzten die Gelegenheit, ihre vorhandenen Kenntnisse aufzufrischen und unterschiedliche Einsatzsituationen unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren. Vertreten waren die Feuerwehren Bad Griesbach, Edelsdorf, Eging am See, Fürstenstein, Gottsdorf, Hutthurm, Leoprechting, Oberilzmühle, Pocking und Straßkirchen. Die Gesamtleitung der Weiterbildung lag bei Kreisbrandmeister Stefan Hauer, der den Ausbildungstag koordinierte und gemeinsam mit dem Ausbilderteam für einen praxisnahen Ablauf sorgte.

Drei Praxisstationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Im Mittelpunkt des Tages standen drei Praxisstationen, an denen unterschiedliche Bereiche der Absturzsicherung behandelt wurden. Dabei ging es nicht nur um das Beherrschen einzelner Techniken, sondern insbesondere um das sichere Zusammenspiel von Mensch, Material und Einsatzablauf.

An der ersten Station beschäftigten sich die Teilnehmer mit dem Sichern und Fixieren einer Person. Die Ausbilder Franz Xaver Huber und Josef Eder vermittelten die notwendigen Handgriffe und zeigten, worauf bei der sicheren Versorgung und Fixierung besonders zu achten ist. Gerade in absturzgefährdeten Bereichen muss jeder Arbeitsschritt aufeinander abgestimmt sein. Fehler bei der Sicherung können innerhalb kürzester Zeit schwerwiegende Folgen haben. Entsprechend intensiv wurden die einzelnen Abläufe trainiert und wiederholt.

Die zweite Station widmete sich der Schachtrettung. Unter Anleitung von Florian Schmidlehner und Leon Biereder übten die Teilnehmer den Einsatz von Auf- und Abseilgeräten sowie eines Flaschenzuges. Als Übungsobjekt diente eine rund 1,8 Meter große Puppe mit einem Gewicht von etwa 70 Kilogramm, die aus einem Schacht gerettet werden musste. Das Szenario verlangte den Einsatzkräften nicht nur technisches Können ab, sondern machte auch deutlich, wie wichtig eine klare Aufgabenverteilung und eine abgestimmte Zusammenarbeit innerhalb der Mannschaft sind.

An der dritten Station standen die besonderen Herausforderungen bei Arbeiten auf Dächern im Mittelpunkt. Unter Anleitung von Manfred Auer und Peter Fabian konnten die Feuerwehrleute verschiedene Sicherungsmöglichkeiten praktisch anwenden und Erfahrungen bei der Fortbewegung in absturzgefährdeten Bereichen sammeln. Gerade Einsätze in Höhen, auf Dachflächen oder in Schächten kommen im täglichen Einsatzdienst zwar nicht ständig vor, verlangen den Einsatzkräften im Ernstfall jedoch ein hohes Maß an Sicherheit und Routine ab.

Neben der fachlichen Ausbildung spielte deshalb auch der Erfahrungsaustausch innerhalb der Teilnehmergruppe eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Vorgehensweisen konnten besprochen, Erfahrungen ausgetauscht und Einsatzmöglichkeiten gemeinsam bewertet werden. Eine sichere Kommunikation und die konsequente Anwendung der Schutzausrüstung standen dabei während des gesamten Ausbildungstages im Mittelpunkt.

Regelmäßiges Training schafft Sicherheit

Zum Seminar begrüßten auch Bürgermeister Benedikt Kufner und Kreisbrandinspektor Stefan Drasch, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Passau, die Teilnehmer. Beide würdigten die Bereitschaft der Feuerwehrleute, sich zusätzlich zur regulären Ausbildung weiterzubilden und ihre Kenntnisse in einem anspruchsvollen Fachgebiet zu vertiefen.

Die Weiterbildung machte deutlich, dass gerade bei selten auftretenden, gleichzeitig aber besonders anspruchsvollen Einsatzlagen eine kontinuierliche Fortbildung unverzichtbar ist. Techniken der Absturzsicherung müssen sicher beherrscht werden und auch unter Zeitdruck zuverlässig funktionieren. Dazu gehören der richtige Umgang mit Seilen, Verbindungsmitteln und Sicherungssystemen ebenso wie die korrekte Anwendung von Knoten und die gegenseitige Kontrolle innerhalb der Mannschaft.

Für die organisatorischen und logistischen Rahmenbedingungen sorgte die Feuerwehr Eging am See unter der Leitung von Kommandant Thomas Bumberger. Die örtlichen Einsatzkräfte unterstützten die Ausbildung und ermöglichten damit einen reibungslosen Ablauf der verschiedenen Stationen.

Auch bei den Teilnehmern fiel das Fazit nach Abschluss des Ausbildungstages durchweg positiv aus. Die Absturzsicherung gehört zu den Bereichen des Feuerwehrdienstes, bei denen regelmäßiges Üben eine besondere Bedeutung besitzt. Nur durch wiederkehrendes Training können die notwendigen Fertigkeiten erhalten und im Einsatz sicher abgerufen werden.

Der Kreisfeuerwehrverband Passau bedankt sich bei allen Teilnehmern für ihre Bereitschaft zur Weiterbildung, bei Kreisbrandmeister Stefan Hauer und dem gesamten Ausbilderteam für die fachkundige Durchführung sowie bei der Feuerwehr Eging am See mit Kommandant Thomas Bumberger für die hervorragende Unterstützung und Gastfreundschaft.

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