Absturzsicherungseinheiten trainieren gemeinsam in Reding
Neuhaus am Inn/Reding. Eine anspruchsvolle Übung unter möglichst realitätsnahen Bedingungen absolvierten die Absturzsicherungseinheiten des KBI-Bereichs West bei der Trocknungsgenossenschaft Reding. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Übungsabends standen die Rettung verunfallter Personen aus Höhen sowie der sichere und koordinierte Umgang mit der umfangreichen Spezialausrüstung.
Das weitläufige Gelände der Trocknungsgenossenschaft mit seinen erhöhten Arbeitsbereichen, Stegen und verschiedenen Zugangsmöglichkeiten bot hierfür ideale Voraussetzungen. Insgesamt wurden zwei nahezu identische Übungsstationen vorbereitet. Bei beiden Szenarien wurde angenommen, dass sich eine verunfallte Person auf einem erhöht gelegenen Plateau befindet und dieses nicht mehr selbstständig verlassen kann.
Aufgabe der Einsatzkräfte war es, zunächst einen sicheren Zugang zur jeweiligen Einsatzstelle herzustellen und anschließend die Personenrettung vorzubereiten. Dabei kamen insbesondere Schleifkorbtragen mit Abseilspinne sowie Gerätesätze zum Auf- und Abseilen zum Einsatz. Die Übenden mussten geeignete Anschlagpunkte auswählen, die Sicherungssysteme aufbauen und die Patientenrettung gemeinsam durchführen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem sicheren Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen. Jeder Handgriff musste sitzen, denn gerade bei Einsätzen in Höhen und Tiefen kommt der konsequenten Eigensicherung eine entscheidende Bedeutung zu. Gleichzeitig galt es, die einzelnen Arbeitsschritte innerhalb der Teams klar abzustimmen. Die Übung bot damit nicht nur Gelegenheit, den Umgang mit der vorhandenen Technik zu trainieren, sondern auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten zu festigen.
Für den Übungsabend stand eine umfangreiche technische Ausstattung zur Verfügung. Neben den geprüften und einsatzbereiten Gerätesätzen Absturzsicherung der teilnehmenden Feuerwehren wurden auch Gerätesätze des Landkreises eingesetzt. Ergänzt wurde die Ausstattung unter anderem durch zwei 30-Meter-Flaschenzüge, Schleifkorbtragen mit Abseilspinnen, Rettungsdreiecke sowie Übungspuppen.
Auch weitere Feuerwehrfahrzeuge und Gerätschaften waren in das Übungskonzept eingebunden. Die Freiwillige Feuerwehr Fürstenzell stellte eine Drehleiter DLA-K 23/12 zur Verfügung. Diese wurde bei einer der Stationen genutzt, um benötigtes Material auf einen höher gelegenen Quersteg zu transportieren. In die eigentliche Personenrettung war die Drehleiter bewusst nicht eingebunden. Dadurch lag der Schwerpunkt weiterhin auf der Arbeit der Absturzsicherungseinheiten mit ihren speziellen Gerätesätzen.
Die Feuerwehr Vilshofen unterstützte die Übung unter anderem mit dem Rüstwagen RW 2 sowie weiterer benötigter Ausrüstung. Für eine ausreichende Ausleuchtung der Übungsstellen sorgte ein Beleuchtungssatz der Feuerwehr Mittich. Gerade bei Übungen in den Abendstunden spielt eine möglichst realistische und gleichzeitig sichere Beleuchtung der Arbeitsbereiche eine wichtige Rolle.
Begleitet und betreut wurde die Ausbildung von den Ausbildern Auer, Hoisl, Schrank und Schmidlehner. Die Teilnehmer wurden für den Übungsbetrieb auf zwei Gruppen aufgeteilt, sodass beide Stationen parallel beziehungsweise im Wechsel abgearbeitet werden konnten. Auf diese Weise konnten möglichst viele Einsatzkräfte aktiv in die verschiedenen Aufgaben eingebunden werden.
Neben der eigentlichen Rettung stand vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten im Fokus: vom Aufbau einer geeigneten Sicherung über die Vorbereitung der Schleifkorbtrage bis hin zur eigentlichen Auf- beziehungsweise Abseilbewegung. Auch die Kommunikation innerhalb der Mannschaft sowie zwischen den beteiligten Einheiten spielte eine wichtige Rolle. Denn im Ernstfall müssen Einsatzkräfte unterschiedlicher Feuerwehren schnell zu einem gemeinsamen und sicheren Vorgehen finden.
Solche gemeinsamen Übungen sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Einsätze, bei denen Menschen aus Höhen oder Tiefen gerettet werden müssen, gehören zwar nicht zum täglichen Einsatzgeschehen, stellen die Feuerwehren im Ernstfall jedoch vor besondere Herausforderungen. Neben einer speziellen Ausbildung ist dafür auch der routinierte Umgang mit der vorhandenen Ausrüstung erforderlich. Regelmäßiges gemeinsames Training trägt dazu bei, Abläufe zu festigen und die Zusammenarbeit über die Grenzen der einzelnen Feuerwehren hinweg weiter auszubauen.
Organisiert wurde der Übungsabend unter Leitung von Kreisbrandinspektor Stefan Drasch. Ein besonderer Dank galt abschließend der Trocknungsgenossenschaft Reding eG, die ihr Betriebsgelände als Übungsobjekt zur Verfügung stellte und den beteiligten Einsatzkräften dadurch realitätsnahe Trainingsmöglichkeiten bot. Darüber hinaus sorgte das Unternehmen für die Verpflegung der Teilnehmer.
Nach Abschluss der beiden Übungsstationen konnten die Verantwortlichen ein positives Fazit ziehen. Die Einsatzkräfte hatten die Möglichkeit, ihre Kenntnisse aufzufrischen, unterschiedliche Vorgehensweisen gemeinsam zu trainieren und wertvolle Erfahrungen für mögliche Einsätze zu sammeln. Der Übungsabend zeigte damit einmal mehr, welchen Stellenwert eine regelmäßige und feuerwehrübergreifende Ausbildung gerade bei spezialisierten Einsatzaufgaben besitzt.
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