Archiv: Jahr 2007


» Seminar: Wenn die Seele brennt

Der Tod ist leider ein fester Bestandteil bei den Einsätzen unserer Freiwilligen Feuerwehren. Seelische Belastung steigt erheblich. Dabei sind nicht nur Unfallopfer sondern auch Hilfskräfte betroffen. Stadt- und Kreisfeuerwehrverband Passau bieten ein Seminar zur Verarbeitung von belastenden Einsätzen an. Toter bei Zimmerbrand – Vier Tote bei Unfall auf der Autobahn - Feuerwehrmann stirbt bei Unfall auf der zur Einsatzstelle- Schlagzeilen wie diese lesen wir fast täglich in der Tageszeitung oder hören Sie in den Nachrichten in Radio oder Fernsehen. Hinter diesen Schlagzeilen verbergen sich nicht nur Tragödien in den betroffenen Familien, sie führen auch zu extremen seelischen Belastungen bei den Einsatzkräften. Dabei sind junge Helferinnen und Helfer in der Feuerwehr besonders betroffen. In einem gemeinsamen Seminar von Kreisfeuerwehrverband und Stadtfeuerwehrverband in der Hauptfeuerwache in Passau wurden Führungskräfte, Kommanten und Gruppenführer von Feuerwehren und technischem Hilfswerk auf diese Situationen vorbereitet. So erläuterten Kreisfeuerwehrarzt Rainer Doliwa und Gerhard Altendorfer, Organisatorische Leiter im Rettungsdienst, die Problem und Symptome aus medizinischer Sicht. Dabei spielt die Zeit der Belastung eine wesentliche Rolle. So können seelische Belastungen mit zunehmender Dauer auch zu erheblichen körperlichen Schäden führen. Wichtig ist dabei Probleme, Belastungen und Symptome frühzeitig zu erkennen und dann gezielt zu Behandeln. Die Vorsitzende des Vereins Sternschnuppen e. V., Julia von Seiche aus Regensburg stellte den Teilnehmer die Belastungen aus der sicht von Kindern da. Sie erläuterte den Umgang mit betroffenen Kindern. Im Anschluss ihrer Ausführungen übergab sie an die Teilnehmer „Rettungsteddys“ der Aktion Sternschnuppen die künftig in den Einsatzfahrzeugen mitgeführt, und bei Einsätzen an die betroffenen Kinder ausgehändigt werden sollen. Der Rettungsteddy ist daher viel mehr als nur Spielzeug! Er hilft sowohl Gespräch mit dem Kind zur Diagnose-Findung, als auch bei der „psychologischen Aufarbeitung“ des Unfalls. Der Teddy war „Augenzeuge“, weiß daher, wovon man spricht, wenn immer wieder von dem schrecklichen Ereignis erzählt oder es nachspielt wird. Bei Kleinkindern zeigt die Erfahrung, wenn diese noch im „magischen Alter“ von Märchenfiguren sind, dass der Teddy für sie „heilende Kräfte“ besitzt, so Julia von Seiche. Die Diözese Passau hat ein flächendeckendes Netz von Notfallseelsorgen eingerichtet, berichtete Notfallseelsorger Pfarrer Andreas Rembeck. Sie übernehmen die Betreuung von Angehörigen von Unfallopfern, unterstützen und begleiten die Einsatzkräfte Vorort und leisten Beistand bei der Stressbewältigung. Ausgerüstet mit Bereitschaftshandys sind die Notfallseelsorger 365 Tage im Jahr einsatzbereit, so Rembeck. Wir müssen uns in der Zukunft noch stärker mit dieser Materie auseinander setzen, dies zeigt die große Anzahl von 65 Teilnehmern. Die große Anzahl mit 65 Teilnehmern an diesem Seminar zeigt, wir müssen uns mit dieser Problematik künftig noch stärker auseinandersetzen, betonten Kreisbrandrat Josef Ascher, Stadtbrandrat Dieter Schlegl und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Passau Alois Fischl beim Abschluss der Veranstaltung in der Hauptfeuerwache Passau

Fototext: Julia von Seiche (sitzend mitte) überreichte an Stadtbrandrat Dieter Schlegl (sitzend) Kreisbrandrat Josef Ascher (rechts) Kreisbrandinspektor Alois Fischl, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes (links) sowie an die Vertreter der Teilnehmende Feuerwehren je eine Rettungsteddy.