Archiv: Jahr 2006


» Beckstein verteidigt Sparpläne bei Feuerwehr

Innenminister zeigt bei Tagung des Landesfeuerwehrverbandes Verständnis für Umleitung der Förderung zum THW

Neumarkt (pnp/lby). „Ob beim Schneechaos im vergangenen Winter, bei der Fußball-Weltmeisterschaft oder bei der kürzlich aufgetretenen Windhose in Nürnberg haben die Feuerwehren bewiesen, wie selbstlos und vorbildlich Krisen gemeistert werden können.“ Innenminister Günther Beckstein lobte bei der 13. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern am Samstag in Neumarkt in der Oberpfalz die „außerordentlich professionelle Arbeit“ der bayerischen Feuerwehr. Beckstein betonte, sich weiter engagiert für die Interessen des Verbandes einzusetzen und appellierte beim Einsatz nicht nachzulassen. „Die Menschen brauchen Sie in der gegenwärtigen Lage mehr denn je“, sagte Beckstein. Wenig Verständnis zeigte der Minister gegenüber einem Lehrer, der einen Schüler wegen eines Feuerwehreinsatzes während der Unterrichtszeit mit einer Strafe

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„Einsatz lehrreicher als manche Biologiestunde“

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belegte: „Ich bin sicher, bei der Feuerwehr kann man mehr lernen als in so mancher Biologiestunde, in der zum dritten Mal das Liebesleben der Schnecken abgefragt wird“, scherzte Beckstein. Über 300 Delegierte und rund 200 Gäste waren zu der Verbandsversammlung gekommen. Der Vorsitzende des Bayerischen Feuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl, ging in seiner Rede auf die angekündigten Sparpläne der Bundesregierung ein. Die bayerischen Feuerwehren befürchten dadurch eine drastische Verschlechterung ihrer Ausrüstung für den Katastrophenfall. Weinzierl appellierte an die Kommunen, die Landkreise und an die Staatsregierung auch in Zukunft die Feuerwehren aktiv zu unterstützen. „Insgesamt 325 000 Mitglieder machen die Feuerwehr zur Nummer Eins im Katastrophenschutz. Diesen Standard können wir nur mit der Rückendeckung aus der Politik erhalten“, sagte der Feuerwehrchef. Innenminister Beckstein zeigte hingegen Verständnis für die Pläne des Bundes, die bisher an die Wehren gezahlten Mittel dem Technischen Hilfswerk (THW) und anderen Organisationen zur Verfügung zu stellen.

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Schutz vor ABC-Waffen hat oberste Priorität

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Die Ereignisse der vergangenen Jahre, wie die veränderten politischen Rahmenbedingungen nach der Wiedervereinigung Deutschlands oder die Terroranschläge vom 11. September 2001, hätten eine grundlegende Neubewertung der Ressourcen im Zivilschutz nötig gemacht, sagte Beckstein. Der Bund werde sich daher künftig auf den Schutz vor ABC-Waffen (atomare, biologische und chemische Waffen) konzentrieren . „Wir dürfen aber auch nicht übersehen, dass die Feuerwehren in Bayern auch ohne Brandschutzkomponente hauptsächlicher Nutznießer der künftigen Bundesausstattung im Katastrophenschutz sein werden“, erklärte der Minister. Denn im Freistaat würden die Wehren schwerpunktmäßig auch die Geräte für den ABC-Schutz übernehmen können. Zudem eröffnete Beckstein die Feuerwehr-Aktionswoche 2006 unter dem Motto „Im Katastrophenschutz die Nr. 1 - Ihre Feuerwehr“. Damit wollen die Feuerwehren auf die Vielfalt des Feuerwehrwesens hinweisen.