Archiv: Jahr 2005


» Feuerwehr: Welche Firma zieht am besten mit?

Heute beginnt die Aktionswoche mit einer Übung in Hauzenberg - Kooperative Betriebe werden ermittelt und geehrt

Wenn’s brennt, pressiert’s: Schnell müssen die Wehrmänner von ihrer Arbeitsstelle zur Unglücksstelle. Das verlangt von ihren Arbeitgebern, dass sie hinter ihren Mitarbeitern stehen, die ehrenamtlich bei der Feuerwehr tätig sind. Um diese Thematik geht es auch in der Feuerwehr-Aktionswoche, die am heutigen Freitag beginnt.

von Frank Limmer.
Passau. Retten, löschen, bergen, schützen. Dieser Werbespruch der Feuerwehren zeigt, dass es kaum einen Bereich gibt, in dem die Feuerwehrmänner nicht helfen können. Was für viele zur Selbstverständlichkeit geworden ist, bedeutet für die Wehrmänner aber Doppelbelastung durch Beruf und Einsatz. Dafür brauchen sie Arbeitgeber, die hinter ihnen stehen. Im Rahmen der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche soll darauf besonders aufmerksam gemacht werden. Das Motto lautet deshalb: »Doppelt im Einsatz - beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr.«
»Wir wollen die Vorgesetzten informieren, wie wichtig die ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr ist«, sagt Kreisbrandrat Josef Ascher. »Und wir wollen die Firmen herausfinden, die der Feuerwehrarbeit ganz besonders aufgeschlossen gegenüber stehen.« Sei es durch die problemlose Freistellung der Mitarbeiter bei Einsätzen oder durch die Unterstützung der Wehren mit Sach- und Geldspenden. Diese Betriebschefs sollen dann über den Landesfeuerwehrverband besonders geehrt werden.


Zehn Übungen sind
bekannt - eine ist geheim


Immer wieder hebt Ascher hervor, wie wichtig es ist, dass die Arbeitgeber über die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Mitarbeiter bei der Feuerwehr informiert werden. Auch wenn die wirtschaftliche Lage derzeit nicht gerade rosig ist. Schließlich könnte der eigene Betrieb einmal betroffen sein.
In den vier Inspektionsbereichen, in die der Landkreis Passau aufgeteilt ist, sind folgende Einsatzübungen im Rahmen der Aktionswoche geplant: Im Inspektionsbereich Ost werden die Wehrmänner heute, Freitag, alarmiert, sie müssen zu einem Einsatz bei Edscha in Hauzenberg-Jahrdorf ausrücken. Am 22. September werden sie zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen gerufen, der sich in Wegscheid am Mühldemmelberg ereignen wird.
Drei Übungen finden im Bereich Nord statt. Am 23. September ist das Kurhaus in Eging Schauplatz, einen Tag darauf vormittags die Firma Electrovac in Salzweg und nachmittags das Zentrallager der Firma Hiendl in Tiefenbach-Fatting.
Ebenfalls drei Übungen stehen im Bereich Süd auf dem Plan: am 24. September im Kreiskrankenhaus Rotthalmünster, am 7. Oktober in Griesbach-Weng, wo es um die Wasserförderung über lange Schlauchstrecken geht, und am 14. Oktober im Seniorenwohnheim in Ruhstorf.
Die beiden Termine im Bereich West stehen noch nicht fest, hier sind nur die Objekte bekannt, wo etwas passiert: die Gasübergabestation in Pleinting und die Firma Knorr-Bremse in Aldersbach.
Dazu kommt noch eine Übung in einem der vier Bereiche, die nicht vorher angesagt wird.
Bei den bekannten Übungen wurde ein Zeitpunkt gewählt, an dem ein Alarm am wenigsten die Arbeit stört. »Das haben wir abgesprochen, wann es am günstigsten ist«, sagt Ascher. »Nicht dass wir die Leute rausreißen, wenn es überhaupt nicht passt.« Dazu fällt ihm eine Anekdote aus seiner Zeit als Kreisbrandmeister ein: »Damals wollten wir in einem großen Hotel üben und zwar an einem Donnerstagabend. ,Das geht auf keinen Fall‘, hat sich der Hotelchef gewehrt. ,Da kommt ein Bus voller Senioren. Wenn ihr da die Großübung macht, bekommen die einen Herzinfarkt.‘ Wir haben die Übung dann um einen Tag verschoben, so dass der Hotelier seine Gäste informieren konnte.«