Archiv: Jahr 2005


» Wehren sollen sich stärker spezialisieren

Kreisbrandrat Ascher arbeitet an Konzepten

vonMartin Riedlaicher.
Passau. Die Feuerwehren im Landkreis stehen gut da, sind gutausgebildet und fit für die Einsätze. Das haben die Übungen in derAktionswoche auch wieder gezeigt. Aber die Aufgaben werden immer komplexerund auch mehr, das Geld wird weniger, bei Einsätzen kann auch das Personalschon mal knapp werden. Die Feuerwehrspitzen im Landkreis, allen voranKreisbrandrat Josef Ascher, brüten derzeit an neuen Konzepten, um dieWehren im Landkreis optimal für die derzeitigen und kommenden Aufgabenaufzustellen und auszurüsten. Spezialisierung heißt dabei ein Stichwort.Es können und sollen nicht mehr alle Wehren alles machen.

»Wirmüssen davon ausgehen, dass wir in Zukunft zu gewissen Zeiten zu wenigPersonal haben werden«, beschreibt Josef Ascher die Ausgangslage.Hauptursache dafür sei die moderne Arbeitswelt, bei der die Arbeitnehmerund damit auch Feuerwehrleute mobil sein müssen. Deshalb tun sich mancheWehren schwer, Spezialfahrzeuge im Ernstfall mit ausreichendem Personal zubestücken. Das Problem werde sich in kommenden Jahren und Jahrzehntenverschärfen.


Zu gewissen Zeiten zu wenig Personal


Daher bastelt der Kreisbrandrat an einem neuen Konzeptfür das Verteilen von Fahrzeugen und Geräten, das über Inspektionsbereichehinausgeht, über Gemeindegrenzen sowieso. Ascher spricht von»Einzugsbereichen«, in denen die Aufgaben stärker verteilt werden alsbisher. So könnten sich bestimmte Wehren je nach Gegebenheiten mehr aufdie Löschwasserversorgung konzentrieren, gibt er ein Beispiel, oderbestimmte Wehren an der Autobahn auf den Chemieschutz spezialisieren, weilhier öfter Gefahrgut unterwegs ist.


Was ist Pflicht,
was ist freiwillig?


Ascher denkt noch weiter: Er sieht die Gefahr, dasssich die Wehren zuviel zumuten in Aufgabenbereichen, die über das Rettenund Löschen hinausgehen. »Wir müssen uns für die Zukunft auch genaufragen: Was sind unsere Pflichten, was ist freiwillig?«, gibt der KBR zubedenken. Beispiele wären manche Aktionen zur Verkehrssicherung undVerkehrsregelung, die nicht zu den ersten Aufgaben von Wehren gehören.Angesichts eines möglichen Personalmangels »dürfen wir uns nicht mehr vorjeden Karren spannen lassen. «

Details zum neuen Konzept mit den Einzugsbereichen kannund will Ascher noch nicht nennen. Bis Mitte nächsten Jahres sollen diePläne für den gesamten Landkreis stehen. Für den Nordbereich sei man schonziemlich weit.