Archiv: Jahr 2005


» Firma kämpft für Krebskranken Kollegen

Morgen starten Feuerwehren im Passauer BRK-Haus Typisierungs-Aktion für Kommandant Christian Haslbeck (29)

von CarmenA. Laux.
»Die Spannung ist unendlich groß«, beschreibt Christian Haslbeck seine Gefühlslage. Der 29-Jährige leidet an akuter Leukämie, liegt wieder einmal im Klinikum Passau. Zur Chemo-Therapie. Es ist die siebte Block-Behandlung, mindestens. Doch seine ganzen Hoffnungen liegen auf dem morgigen Samstag: Da starten die Stadt- und Landkreisfeuerwehren einegroße Typisierungs-Aktion, um dem 2. Kommandanten der Feuerwehr Reutern zu helfen. Als Spender gefragt sind alle gesunden Menschen zwischen 18 und 55Jahre.


Firma Kasberger tritt nahezu geschlossen an


»Um eine realistische Heilungschance zu haben, braucht er dringend Stammzellen«, verdeutlicht der behandelnde Arzt, Privatdozent Dr. Thomas Südhoff vom Klinikum Passau,den Ernst der Situation. Und je mehr Leute morgen zwischen 10. 30 und 16Uhr ins Passauer Rotkreuzhaus an der Neuburger Straße kommen, sich Blutabnehmen und als möglichen Stammzellenspender registrieren lassen, desto größer ist die Chance, einen genetischen Zwilling für Christian Haslbeck zu finden. Das wissen auch seine Arbeitskollegen von der Firma Kasberger.Deswegen treten sie nahezu geschlossen zur Typisierung an.

Mobilisiert hat Lagerleiter Norbert Huber, der Chef von Christian Haslbeck, die Belegschaft der Passauer Firma. Und das kam so: Nachdem im August 2004 beidem 29-Jährigen Leukämie diagnostiziert wurde, war an Arbeit erstmal nicht mehr zu denken. Die anschließenden Monate verbrachte der Lagerist im Klinikum. Die Krebsbehandlung zeigte Erfolge, die Untersuchungsergebnisse wurdenimmer besser. »Am 12. September wollte ich wieder anfangen zu arbeiten. Darauf habe ich mich riesig gefreut«, erzählt der Lagerist. Doch dann machte eine Nachuntersuchung alle Pläne zunichte. Christian Haselbeck hatte einen Rückfall erlitten. Wieder Klinikum, nicht Kasberger.

Jetzt stand fest, dass dem jungen Mann nur noch ein geeigneter Blutstammzellen-Spender helfen kann. Doch weder über das zentrale Knochenmarkspenderregister, noch in der Großfamilie Haslbeck war ein genetischer Zwilling zu finden.


1100 Euro-Spende für Typisierungskosten


Als dann die Feuerwehren unter Federführung von Kreisbrandrat Josef Ascher die Typisierungs-Aktion für Christian Haslbeck geplant haben, wurde auch Norbert Huber bei Kasberger aktiv. Er warb nicht nur erfolgreich für die Typisierung, sondern rief auch spontan eine Spendenaktion ins Leben. »Auf Anhieb sind 550 Euro zusammengekommen, die für die anschließenden Laboruntersuchungen verwendet werden«, freut sich Norbert Huber.

Und nicht nur die Kollegen stehen voll hinter der Sache, sondern auch die Geschäftsführung um Gerda Barnerssoi: Sie hat den Betrag spontan verdoppelt.

Die Chancen, einen geeigneten Spender zu finden, liegen nach der Erfahrung von Dr. Thomas Südhoff bei rund 80 Prozent. Das macht auch Christian Haslbeck Mut: »Ich bin erst 29, das kann doch noch nicht alles gewesen sein. « Rund drei Wochen dauere es nach der Typisierungs-Aktion, bis die Laboruntersuchungen abgeschlossen sind. Dann entscheidet sich, ob passende Blutstammzellen dabei waren, die transplantiert werden können.


40 Helfer sind im BRK-Haus im Einsatz


Damit es bei der Typisierungs-Aktion nicht zu Wartezeiten kommt, sind um die 40 Helfer im Einsatz. »Natürlich werden auch Fragen zur Stammzellenspende vor Ort beantwortet«, sagt Chef-Organisator Josef Ascher.