Archiv: Jahr 2005


» LINKS OBEN- 1456 Kerzen der Hoffnung

von Stefan Rammer
Was gibt es Schöneres, als Zeichen der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe ohne großen Aufhebens einfach zu setzen. Einen Tag vor dem ersten Advent, dem Auftakt jener Zeit, in der wir auf die Menschwerdung des Heilands warten, der die Frohbotschaft der Hoffnung in die Welt bringt, zündeten viele Frauen und Männer schon Kerzen an: Genau 1456 Kerzen der Hoffnung für einen jungen Mann, der an akuter Leukämie erkrankt ist und menschliche Stammzellen aus dem Knochenmark eines passenden Spenders braucht.

Geduldig reihten sich die Hilfswilligen aneinander, warteten, informierten sich, gaben ihre Daten an und ließen wenige Tropfen ihres Blutes. Ob sie nun konkret dem jungen Feuerwehrmann helfen können, weiß man erst in einigen Tagen. In jedem Fall aber bleiben die Daten in der Kartei, und ein anderer Kandidat irgendwo auf der Welt könnte der Glückliche sein. Das ist gelebte Nächstenliebe.

Diese Aktion in der oft so kalt und herzlos anmutenden Welt stimmt einen froh. Die Menschen verschließen die Augen vor dem Leid anderer nicht. Allein an diesem Wochenende griff mancher Passauer zum Geldbeutel, um einen kleinen Obolus für den guten Zweck zu entrichten. In Grubweg bei der St.-Severin-Behindertenschule drängten sich Groß und Klein zwischen den Ständen mit Selbstgebasteltem oder Selbstgebackenem. Vor der Schaldinger Kirche St. Michael verkauften Frauen ihren Weihnachtsschmuck und Gestricktes zu Gunsten sozialer Zwecke. Diese Aktionen seien nur stellvertretend für viele andere angeführt, die dieser Tage stattfinden. Die vielen kleinen guten Taten summieren sich schnell. Die Möglichkeit des Guten zu erwarten ist das eine, es einfach zu tun, das andere.