Archiv: Jahr 2005


» Dienst an der Gemeinschaft und gelebte Feuerwehr-Kameradschaft

1456 Menschen kamen zur Typisierungsaktion für den jungen Feuerwehrmann Christian Haslbeck

Landrat Hanns Dorfner (v.l.),Dr. Ralf-Peter Filipp, Bernhard Pappenberger, Dr. Thomas Südhoff, Horst Wallner und Josef Ascher schauen zu, wie Stadtbrandrat Dieter Schlegl sich Blut abnehmen lässt. (Foto: Geisler)

von Stefan Rammer
„Ich bin stolz auf so viel gelebte Kameradschaft, wie ich sie hier erlebe, der Sinn für die Gemeinschaft und Nächstenhilfe lebt“, betonte Landrat Hanns Dorfner. Als er am Samstag gegen 13.30 Uhr im BRK-Haus in der Rotkreuzstraße vorbeischaute, bewegte sich der Zähler, der die Zahl der Blutspender anzeigte, schon jenseits der Achthunderter-Marke. Die Menschenschlange reichte vom 2. Stock des Gebäudes über das Treppenhaus hinunter in die Eingangshalle. Die vielen Frauen und Männer wollten alle mitmachen bei der Typisierungsaktion für den 29 Jahre alten und akut anLeukämie erkrankten Christian Haslbeck, Feuerwehrkommandant aus Reutern.Bis zum Ende der Aktion gegen 18 Uhr waren 1456 Menschen gekommen, 64Prozent Männer, 36 Prozent Frauen.

„Von zehn Uhr weg ging es Schlag auf Schlag“, sagte Dr. Ulrich Hahn von der Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB), der sehr zufrieden war mit der großen Bereitschaft der Menschen aus dem Landkreis und der Stadt. Etwa 20Personen waren bei der Registrierung und bei der Blutabnahme pausenlos beschäftigt, zu den Mitarbeitern der AKB kamen mehrere Schwestern aus dem Klinikum und Arzthelferinnen aus dem Landkreis, die genauso ehrenamtlich mithalfen wie die Feuerwehr- und Rotkreuzleute, die sich um die Betreuung und Bewirtung der Menschen kümmerten oder die Parkplätze anwiesen.

Für Kreisbrandrat Josef Ascher und Stadtbrandrat Dieter Schlegl war die große Teilnehmerzahl keine Überraschung. Bei den 155 Landkreisfeuerwehren sind 8000 Mitglieder, beiden elf Stadtfeuerwehren 500 aktiv. „Da kommen viele, die dem Christian Haslbeck helfen wollen“, so Ascher. Es waren aber nicht nur Feuerwehrleute und ihre Angehörigen zugegen. Viele Kollegen, Freunde und Bekannte des Kranken kamen genauso wie Fremde, die einfach helfen wollten. Ab und zuwaren an der Anzeigetafel auch Orte außerhalb Bayerns zu lesen.„Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen“, kommentierte Dr. Ulrich Hahn, der schon zum vierten Mal eine Aktion in Passau machte.

Landrat Hanns Dorfner dankte ihnen allen, stellvertretend nahmen seinen Dank BRK-Kreisgeschäftsführer Bernhard Pappenberger, Horst Wallner von der Leukämie-Selbsthilfegruppe Passau, Dr. Ralf-Peter Filipp von der Aktion Leukämie-Hilfe Passau und Leukämie-Experte Dr. Thomas Südhoff vom Klinikum Passau entgegen. Die Fachleute wiesen auch auf das Spendenkonto hin. Daeine Typisierung rund 50 Euro koste, sei die AKB dringend auf Spenden angewiesen. Rund 5000 Euro waren schon allein vom AOK-Sozialfonds und vom Arbeitgeber und Kollegen des Erkrankten aus der Firma Kasberger zusammengekommen. Kreisbrandrat Ascher hat bei der Sparkasse Passau ein Konto eingerichtet: BLZ 740 500 00, Nr. 7 11 00. Das Geld wird an die AKB überwiesen.

Ob es einen genetischen Zwilling für Christian Haslbeck gibt, wird sich erst nach der Laborprüfung des Blutspenden in etwa drei Wochen zeigen. Mit der Einverständniserklärung der Spender werden die Daten weltweit registriert und können eventuell einem anderen Kranken helfen.