Archiv: Jahr 2005


» Wehren wollen Leben ihres Kameraden retten

29-Jähriger an Leukämie erkrankt - Typisierungs-Aktion am 26. November in Passau - Keine Kosten für die Spender

von Carmen A. Laux.
Reutern/Passau. Eine Unterschrift, ein kleiner Pieks, ein paar Tropfen Blut können genug sein, um einen Menschen zu retten. Christian Haslbeck zum Beispiel. Der 2. Kommandant der Feuerwehr Reutern hat Leukämie. »Um eine realistische Heilungschance zu haben, braucht er Stammzellen«, erzählt Privatdozent Dr. Thomas Südhoff vom Klinikum Passau,der behandelnde Arzt. Nachdem es in der Familie des 29-Jährigen keinen geeigneten Spender gibt, starten die Feuerwehren aus Landkreis und StadtPassau am 26. November eine Typisierungs-Aktion. Sie wird von 10 bis 16Uhr im BRK-Haus in Passau, Rotkreuzstraße 1, durchgeführt.

Dabei sah es vor drei Monaten noch so gut aus für Christian Haselbeck: Nachdemim August 2004 bei dem 29-Jährigen Leukämie diagnostiziert worden war,verbrachte er sieben Monate im Klinikum Passau. Nur wenige Tage durfte er zwischen den sechs Chemotherapie-Blöcken heim. Schließlich waren die Ergebnisse so gut, dass man schon glaubte, der junge Mann hat die Krankheit besiegt. »Am 12. September wollte ich wieder anfangen zuarbeiten«, erinnert sich der Lagerist. Doch dann kam eine Nachuntersuchung, wieder wurde Leukämie festgestellt.

Jetzt ist Christian Haslbeck wieder im Klinikum, diese Woche startete er mit einer neuen Chemo-Therapie. »Wir müssen die Leukämie zurückdrängen, damit transplantiert werden kann, sobald ein Spender gefunden ist«, sagt Dr.Südhoff. Die Chancen, einen genetischen Zwilling zu finden, schätzt er auf80 Prozent. Das baut Christian Haslböck auf: »Ich bin erst 29, das kann doch nicht schon alles gewesen sein. Es findet sich jemand, da gebe ich die Hoffnung nicht auf. «

»Je mehr Leute in der Aktion Knochenmarkspende registriert sind, desto höherist die Chance, geeignete Fremdspender zu finden«, weiß Kreisbrandrat Josef Ascher. Sein Appell: »Die Feuerwehrkameraden sind mobilisiert. Ichhoffe, dass darüber hinaus viele andere Spender kommen. «

Kosten entstehen dem Einzelnen nicht: 4000 Euro stellte der AOK-Sozialfond zur Verfügung und auch die Firma Kasberger, Christians Arbeitgeber, unterstützt die Typisierung finanziell. »Natürlich wollen wir die laufende Aktion auf sichere Füße stellen. Wir bitten deshalb Privatpersonen, Firmen und Vereine auch um Spenden«, sagt Josef Ascher. Bankverbindung: Konto 711 00, Sparkasse Passau, BLZ 740 500 00. Adresse für Spendenquittung nicht vergessen.