Archiv: Jahr 2003


» Georg Gerner übernimmt den Vorsitz im Feuerwehrbezirk

AlfonsWeinzierl gab das Amt nach seiner Wahl in den Landesvorstand ab

Bayerbach (vg). Der Feuerwehrbezirk Niederbayern hat einen neuen Vorstand: Für den Dingolfinger Alfons Weinzierl, der im September an die Spitze des Landesverbandes gewählt wurde, rückte am Wochenende dessen Vize Georg Gerner aus Landshut an die Bezirksspitze nach.

Weinzierl wollte nach der Berufung in den Landesvorstand kein Doppelmandat: "Einerseits zu meiner Entlastung, andererseits, damit in Niederbayern weiter die Weichen richtig gestellt werden." Dass dies nötig sei, unterstrich Weinzierl, indem er aufdie steigenden Aufgaben der Wehren hinwies. Von 1991 bis zum letzten Jahrstieg die Zahl der Einsätze in Bayern von 170 000 auf 205 000.Weinzierl forderte energisch "Qualitätssicherung auf allen Ebenen", wobei in erster Linie die Politik gefordert sei. "Das Ehrenamt darf nicht zum Opfergang werden", betonte der Landesvorsitzende und erhielt Zustimmung von MdL Reserl Sem (CSU), die eine Steuerpflicht bei Aufwandsentschädigungen entschieden ablehnte.

Neben dem Bezirksvorsitzenden Georg Gerner wurden weitere Vorstandsmitglieder neu gewählt: Erster stellvertretender Vorsitzender Dieter Schlegl (Passau), 2. Vorsitzender und SchatzmeisterWerner Söldner (Kehlheim) und Schriftführer Alois Fischl (Passau).

Der neue Bezirkschef forderte mehr Geschlossenheit und Aufgeschlossenheit nach innen. Es gebe "einige Zweifel am Selbstverständnis der Feuerwehren, die es ernst zu nehmen gilt".

Das System der flächendeckenden Gefahrenabwehr stehe vor einer Weichenstellung. "Der demografische Faktor frisst unser Potenzial an ehrenamtlich engagierten Menschen ebenso wie an qualifizierten Bewerbern", sorgte sich Gerner.

Dazu bedrohe die finanzielle Lage der öffentlichen Hand die Präsenz in der Fläche ebenso wie die zeitgemäße Ausstattung selbst großer Feuerwehren. "Wir wollen das System Feuerwehr fit machen für die Zukunft und leistungsfähig erhalten." Dazu brauche es Unterstützung aus Politik und Wirtschaft, aber unter anderem auch Integration von Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, aber hier leben. Bei allem dürfe man den Blick für das Machbare allerdings nicht aus den Augen verlieren.